Bericht aus der Westfalenpost
Stellprobe und Einsingen für einen außergewöhnlichen Auftakt im Wilnsdorfer Kulturgeschehen:
Sängerbund Wilnsdorf und Südwestfälische Philharmonie unter der Leitung von Richard N. Harris.
Foto: Stephan Schmick
Wilnsdorf. (sts) Ein Neujahrskonzert der besonderen Art konnte das Publikum am vergangenen
Wochenende in der ausverkauften Wilnsdorfer Festhalle erleben.
Dort trat wie schon in den vergangenen Jahren die Philharmonie Südwestfalen auf, die sich jedoch in diesem
Jahr erstmals die Bühne mit dem Männerchor 1888 Wilnsdorf teilte. Nach Mozarts "Entführung aus dem Serail"
und Tschaikowskys "Blumenwalzer" aus dem "Nussknacker", die das Orchester unter der Leitung von Russel N.
Harris jeweils noch alleine vortrug, wurde das Publikum mit E. Griegs "Landerkennung" überwältigt, die die
Festhalle durch das perfekt aufeinander abgestimmte Zusammenwirken von Chor und Orchester in eine wunderbare
Klangvielfalt tauchte.
In diesem Stück erzählte der Männerchor von der Reise des übers Nordmeer steuernden Olav Trygvason und
wurde dabei durch das Spiel des Orchesters untermauert. Auch im zweiten gemeinsamen Stück, dem
"Matrosenchor" aus "Der fliegende Holländer" von Wagner, ging es lebhaft zu.
Weiterhin überzeugte der Wilnsdorfer Männerchor acapella sowohl mit geistlichen, als auch mit romantischen
Werken. Eher ungewöhnlich für ein Neujahrskonzert, überraschten die 58 Sänger unter der Leitung von Thomas
Bröcher mit dem Bläck-Fööss-Titel "Dat Wasser vun Kölle", sorgten damit aber für große Begeisterung im
Publikum, das mit tosendem Applaus eine Zugabe einforderte.
Im zweiten Teil verzauberte das Orchester erneut die Zuhörer, diesmal jedoch ohne Mitwirkung der
Männerstimmen. Vorgetragen wurden Werke von Johann Strauss II, wie unter anderen das "Banditen
Galopp" und "An der schönen blauen Donau". Zum Ausklang des Abends boten Harris und
sein Orchester F. von Suppé´s "Leichte Kavallerie".
Nach diesem ersten gemeinsamen Konzert konnte man sowohl aus den Reihen des Orchesters, als auch aus den
Reihen des Chores entnehmen, dass man einer erneuten Zusammenarbeit nicht abgeneigt ist. Für alle, die zum
Neujahrskonzert keine Karten mehr ergattern konnten, bleibt nur zu hoffen, noch einmal die Möglichkeit zu
bekommen in den Genuss dieses Zusammenspiels zu kommen.