Bericht aus der Westfalenpost
Wilnsdorf. (Klap) "Wer sagt denn, das in unseren Schulen nicht mehr gesungen und musiziert wird?". Mit dieser Frage begrüßte Hermann Otto als Vorsitzender des Sängerkreises Siegerland nicht nur die über 160 eingeladenen Jubilare, sondern auch die gesamte politische Prominenz aus dem Siegerland, die aus Anlass der 15. Zentralen Jubilarehrung des Sängerkreises Siegerland in die Festhalle nach Wilnsdorf gekommen war.
In seiner Begrüßungsrede lobte der Vorsitzende das Engagement der vielen Sängerinnen und Sänger und freute sich zugleich über deren nahezu vollständiges Erscheinen zur Ehrung in Wilnsdorf. Das zeige einmal mehr, dass man vor 15 Jahren den richtigen Weg eingeschlagen hätte, als man sich zu dieser Art von Zentralen Jubilarehrung entschieden hatte. Und so genau habe er sich das damals immer vorgestellt. Dass man im Sängerkreis derzeit einen Aufwärtstrend habe, weil wieder viele das Singen für sich neu entdeckt hätten, freute den Sängerkreis-Vorsitzenden ebenso wie die Tatsache, das man wohl im kommenden Jahr mit mehr Geld aus dem Staatssäckel rechnen könne. Die Zentrale Jubilarehrung sei immer noch eine wichtige Veranstaltung, freute sich Landrat Paul Breuer als Schirmherr. Denn es gebe wohl kaum ein Land, wo es auf den Quadratmeter gerechnet so viele Sänger gäbe, wie im Siegerland. Und dies sei aller Ehren wert. Viele der zu Ehrenden seien schon sei Jahrzehnten dabei, sie seien das Rückgrat der Chöre und ihrer Vereine. Denn Gesang vereine Menschen, präge die Identität und habe Bindungskraft. Möge der hohe Stellenwert der Chöre in unserer Region erhalten bleiben und die Jubilare gerne an diese Veranstaltung zurückdenken. Chöre, so MdL a.D. Loke Mernizka in seiner Laudatio, seien ein gesellschaftliches Ereignis.
Besonders hierzulande. Denn "wir sind das singende Siegerland, und das nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Zukunft", resümierte Mernizka. Die zu ehrenden Sänger hätten einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Pflege geleistet. Da sei es sogar etwas Besonderes, im Mozartjahr ausgezeichnet zu werden, freute sich Mernizka mit den Jubilaren, die er anschließend zusammen mit dem Sängerkreisvorsitzende Hermann Otto auszeichnete. Natürlich auch wieder jene, die für ihre langjährige Vorstandsarbeit mit der Verdienstplakette des Sängerkreises Siegerland ausgezeichnet wurden.
Und da hatten sich mit Arnold Weiß (Liederkranz 1866 Hilchenbach) und Rudolf Quent (Gem. Chor "Glück Auf" Alte Dreisbach) gleich zwei Männer um ihre Vereine verdient gemacht, die schon seit vier Jahrzehnte im Vorstand ihre Arbeit gemacht hatten. Die Verdienstplakette des Sängerbundes NRW für 30 Jahre Vorstandstätigkeit erhielten in Form einer goldene Nadel erhielten Klaus-Peter Kessler (Chorgemeinschaft Eckmannshausen e.V.), Ferdinand Schmidt und Eckhard Giesel (beide GV "Glück Auf Anzhausen" e.V.) ausgehändigt. Silber, für 25 Jahre, gab es derweil für Helmut Sauer (MGV Concordia Gilsbach m. angeschl. FC e.V.), Ernst Jung (MGV "Liederkranz" Neunkirchen e. V. 1850), Siegfried Feldmann (MGV Mozart Allenbach 1879) und Christoph Büdenbender (MGV "Frohsinn" Werthenbach). Zudem erhielt die bronzene Nadel (20 Jahre Tätigkeit) Uwe Haberkamp (Liederkranz 1866 Hilchenbach) mit dessen Auszeichnung die Ehrungen der langjährigen Vorstandmitglieder abgeschlossen wurden. Ihre Urkunden und Nadeln, versehen mit einer roten Rose, konnten derweil weit über 100 Sängerinnen und Sänger für langjähriges aktives Singen in Empfang nehmen. Insgesamt wurden 43 Jubilare für ihr 25jähriges, 24 für ihr 40jähriges, 39 für ihr 50jähriges, 19 für 60jähriges, drei für ihr 65 und immerhin noch zwei für ihr 70jähriges Jubiläum ausgezeichnet (siehe Extrakasten).
Festlich umrahmt wurden die Auszeichnungen mit musikalischen Beiträgen vom MGV Sängerbund Wilnsdorf als Gastgeber, dem Streichquartett des Gymnasiums Wilnsdorf, dem Kinderchor MusiKids des Weißtaler MGV und dem GV "Glück Auf Anzhausen", der den musikalischen Schlusspunkt zog.